Uni, FH oder Akademie?

Der Studiengang Wirtschaftsinformatik lässt sich an verschiedenen Bildungsinstitutionen studieren: an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien. Aber worin liegt nun eigentlich der Unterschied? Und welche Einrichtung ist die Beste für Wirtschaftsinformatik?

Wirtschaftsinformatik an der Uni studieren

Wirtschaftsinformatik Studium an der Universität

Universitäten gelten in Deutschland als höchste Bildungseinrichtung. Um hier für ein Studium wie Wirtschaftsinformatik zugelassen zu werden, braucht man die Allgemeine Hochschulreife, also das Abitur. Allerdings ist mittlerweile der Zugang zur Universität auch mit einer fachgebundenen Hochschulreife möglich.

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Das Studium an einer Uni zeichnet sich durch eine große Theorielastigkeit aus. Natürlich sind auch hier Praxisprojekte und Praktika zu absolvieren, aber die Besprechung von Theorien in Seminaren und Vorlesungen überwiegt. Im Fall von Wirtschaftsinformatik werden Seminare aber durchaus auch anwendungsbezogen gestaltet – wie sonst soll man programmieren lernen?

Studierende an Universitäten müssen viel Eigeninitiative zeigen: Sie legen selbst fest, wann sie welche Kurse belegen, wann und in welchem Modul sie Prüfungen machen und haben meistens viele Wahlmöglichkeiten. Diese Eigenverantwortlichkeit verlangt ein gewisses Maß an Organisationsfähigkeit, aber vor allem Disziplin. Denn der in Vorlesungen behandelte Stoff muss eigenständig vor- und nachbereitet werden. Anwesenheitspflicht gibt es nicht (auch wenn es dazu in den letzten Jahren immer wieder zu Veränderungen und Diskussionen kam). Die Freiheit, die man hier bei der Studiengestaltung bekommt, kann für denjenigen zum Problem werden, der sich nicht disziplinieren kann. Aber sie bringt auch viele Pluspunkte mit sich: Man eignet sich ein gutes Zeitmanagement an, weiß Prioritäten zu setzen und den Studienalltag zu organisieren.

Wirtschaftsinformatik an der FH studieren

Wirtschaftsinformatik Studium an der Fachhochschule (FH)

Zum Fächerangebot an Fachhochschulen zählen vor allem technische, wirtschaftliche, kreative und sozialpädagogische Studiengänge – ein Grund, warum Wirtschaftsinformatik sehr häufig an dieser Hochschulform angeboten wird. Fachhochschulen nennen sich heute übrigens häufig einfach nur „Hochschule“ bzw. benennen sich gerade entsprechend um. Warum? Ganz einfach: Weil sich die Hochschullandschaft immer mehr angleicht und die Unterschiede zwischen Uni und FH geringer werden. Mit der Umbenennung in „Hochschule“ will man diese Angleichung zum Ausdruck bringen.

Während die Uni als theorielastig gilt, spricht man bei Fachhochschulen von einer großen Praxisnähe. Viele Dozenten haben selbst jahrelange Berufserfahrung und wissen, wovon sie sprechen. Das macht das Lernen manchmal einfacher. Hilfreich sind auch kleinere Seminargruppen und eine engere Betreuung durch die Dozenten.

Seminare werden allerdings stärker vorgegeben als an der Uni und für Prüfungen gibt es oft feste Termine, auch wenn immer noch ein gewisser Gestaltungsspielraum bei der Studienplanung besteht. Alles in allem geht es hier also etwas stärker wie in der Schule zu als an der Uni. Das kann durchaus motivierend sein, denn man hat einfach mehr feste Vorgaben und kommt nicht so schnell ins „trödeln“.

Und noch ein weiterer besonderer Vorteil: An die FH kann man auch ohne Abitur, denn die Fachhochschulreife berechtigt hier zur Zulassung. Im Anschluss kann man einen Master dennoch an einer Universität absolvieren. Falls du dich noch nicht entscheiden kannst, helfen dir vielleicht die Antworten einiger Studierender in unserem Beitrag Schüler fragen – Studenten antworten, die sich auch mit der Frage, ob Uni oder FH, auseinandersetzen.

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Wirtschaftsinformatik an einer Akademie studieren

Studieren an einer Akademie

Dazu muss man erstmal unterscheiden. Es gibt nämlich zwei verschiedene Arten von Akademien:

1. Berufsakademien

Wenn du Wirtschaftsinformatik dual studieren willst, kann es sein, dass du deine Theoriephasen an einer sogenannten Berufsakademie ableistest. Dazu zählt zum Beispiel die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit einigen Standorten. Sie ist staatlich anerkannt und verleiht ebenfalls Bachelorabschlüsse.

In den Bundesländern Sachsen, Berlin und Thüringen sind die Berufsakademien in staatlicher Trägerschaft. In Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein werden sie als private Hochschulen geführt. Die Lehre hier ist sehr praxisnah und aktuell – schließlich ist sie mit der parallelen Ausbildung im Betrieb eng verzahnt.

2. Weitere Akademien

Wirtschaftsinformatik wird außerdem auch an privaten Akademien angeboten. Hier solltest du genau hinschauen, ob die verliehenen Abschlüsse staatlich anerkannt sind. Denn diese Akademien können keine akademischen Grade, wie etwa den Bachelor, verleihen. Damit sind die Abschlüsse auch nicht (international) vergleichbar. Allerdings kooperieren einige private Akademien mit staatlichen Hochschulen: In diesem Fall werden einfach die letzten zwei von sechs Semestern an der staatlichen Partnerhochschule verbracht. Diese verleiht dann auch den akademischen Studienabschluss (Bachelor bzw. Master).

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