BWL Studium mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik

Du willst Betriebswirtschaft studieren, aber auch gleichzeitig dein Interesse für Informatik im Studium unterbringen? Mit einem BWL Studium, das erlaubt, einen Schwerpunkt auf die Wirtschaftsinformatik zu legen, qualifizierst dich für viele spannende Positionen in einem Unternehmen. Wir informieren dich hier zu Studiengängen, die die BWL mit der Wirtschaftsinformatik verbinden: Studieninhalte, Voraussetzungen und Karrierewege.

Fast jede Hochschule bietet ein BWL Studium an. Kein Wunder: Der Bedarf an Personal mit fundierten betriebswirtschaftlichen Kenntnissen ist ja auch sehr groß. Denn die Betriebswirtschaftslehre ist ein besonders vielfältiges Fach: Hier dreht es sich um sämtliche Bereiche eines Unternehmens – von der Personalfindung, über Einkauf, Vertrieb und Marketing, hin zu Logistik, Rechnungswesen und strategischem Management.

Umso wichtiger ist es, sich schon im Studium entsprechend zu spezialisieren. Nur so kannst du gewährleisten, aus der „breiten Masse“ der BWLer hervorzustechen und dich für Positionen zu qualifizieren, die du besonders spannend findest. Wenn du dich sowohl für Betriebswirtschaft als auch für Informatik interessierst, aber dir der BWL-Anteil eines Wirtschaftsinformatik Studiums noch zu gering ist, ist ein BWL Studium mit wirtschaftsinformatischer Vertiefung eine echte Alternative für dich. Hier erlernst du alle Teilaspekte der BWL, belegst aber im Verlauf des Studiums auch Seminare zu Wirtschaftsinformatik.

Übrigens: Nicht immer heißen die Studiengänge „Betriebswirtschaftslehre“. Business Administration, Wirtschaftswissenschaften, General Management oder International Business meinen oft ganz ähnliche Inhalte. Du solltest bei der Suche nach dem richtigen Studiengang also die Augen in alle Richtungen aufhalten.

Wusstest du, dass ...

… die Bedeutung von IT-Know-how vor allem in der Führungsetage zunimmt? Das ergab eine Studie aus dem Jahr 2014.

… allein in den USA zwischen 2012 und 2022 geschätzt mehr als 50.000 neue Stellen für IT-Manager entstehen?

… jede Minute über 200 Millionen Mails verschickt werden?

Alles, was du über das BWL-Studium mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik wissen musst!

Studieninhalte

Student sitzt an LaptopIn einem BWL Studium mit Wirtschaftsinformatik Vertiefung erlernst du zuerst alles Wichtige rund um die BWL. Dazu gehören zum Beispiel die Themen:

  • Grundlagen der BWL 
  • Grundlagen der VWL 
  • Rechnungswesen
  • Controlling 
  • Finanzwirtschaft 
  • Statistik 
  • Mathematik 
  • Marketing 
  • Personal 
  • Recht 
  • Unternehmensführung 
  • Wirtschaftsenglisch

Zu diesen allgemeinen BWL-Themen, die Bestandteil jedes wirtschaftlichen Studiengangs sind, kommt im Verlauf des Studiums eine selbst gewählte Vertiefung dazu. Im Fall von Wirtschaftsinformatik können beispielsweise folgende Inhalte auf dem Studienplan stehen:

  • Datenbanken und Datenmanagement
  • Informationsmanagement 
  • Software für Betriebe 
  • Electronic Business 
  • Software Engineering 
  • Projektmanagement von IT-Projekten 
  • Programmierungs- und Auszeichnungssprachen

Diese Auflistung ist nicht vollständig und gibt nur einen Teil der möglichen Fächer wieder. Jede Hochschule gestaltet ihr Studienfach nach eigenen Schwerpunkten. So kann es auch sein, dass ein Wahlfach, wie Wirtschaftsinformatik, nur einen sehr kleinen Teil im Studium einnimmt, während es bei anderen Studiengängen wiederum eine große Rolle spielt.

Um für dich den besten Bachelorstudiengang zu finden, der dein Interesse für BWL und Wirtschaftsinformatik im richtigen Maß berücksichtigt, solltest du dir also die Studienverlaufspläne einzelner Hochschulen genau ansehen.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Die Zulassung zum Bachelor BWL/Wirtschaftsinformatik ist mit Abitur oder Fachabitur möglich.

Numerus Clausus (NC)

BWL ist ein beliebtes Fach, viele Bachelorstudiengänge sind deshalb mit einem NC belegt. In dem Fall entscheidet die Durchschnittsnote im Abi (und/oder ggf. die Anzahl der Wartesemester) über eine Zulassung. Manche Studiengänge sind aber auch zulassungsfrei: Vor allem wenn du schon vor Studienbeginn weißt, dass du BWL mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studieren möchtest, lohnt sich die Suche nach Hochschulen, die genau diese Kombination anbieten, denn dort gibt es meistens keine Zulassungsbeschränkung.

Noch mehr Infos rund um das Thema NC (Wie wird er berechnet? Was sind eigentlich Wartesemester) findest du hier.

Persönliche Voraussetzungen

Sowohl die Betriebswirtschaft als auch die Wirtschaftsinformatik setzt gute Mathekenntnisse voraus. Ein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und Technik sowie eine analytische Denkweise sind gute Eigenschaften für ein solches Studium.

Dauer und Verlauf

Großer Pfeil nach rechts mit vielen kleinen Pfeilen auf TafelDie meisten Bachelorstudiengänge dauern sechs Semester. Mitunter findet man aber auch welche, die ein Semester länger gehen. Das ist meistens dann der Fall, wenn im Studium eine längere Praxisphase vorgesehen ist.

Aufgrund der Komplexität der Betriebswirtschaftslehre, werden im Bachelor in den ersten vier Semestern die Grundlagen aller Teilbereiche vermittelt. Erst danach erfolgen spezifischere Studieninhalte der Wahlpflichtfächer, wie z. B. Wirtschaftsinformatik. Das muss aber auch nicht so sein. Es ist durchaus möglich, dass die Wirtschaftsinformatik auch schon zu einem früheren Zeitpunkt Eingang in das Curriculum findet.

Praktikum

Ein Praktikum gehört heute fast zu jedem Bachelor dazu. Dieses wird entweder in den Semesterferien absolviert oder innerhalb eines Praxissemesters, das meistens das fünfte ist. Je nach Vorgabe der Hochschule dauert ein Betriebspraktikum sechs Wochen oder mehr. Die praktische Mitarbeit im Betrieb ermöglicht nicht nur die Verknüpfung von Theorie und Praxis, sondern schafft auch echte Vorteile bei der Jobsuche. Der Praktikumsplatz ist also mit Bedacht auszuwählen.

Bachelorarbeit

Mit der Bachelorarbeit wird das Studium beendet. Ein Thema aus BWL oder Wirtschaftsinformatik wird darin von dir ausführlich bearbeitet. Mit der erfolgreichen Abgabe hast du dir den akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) oder Bachelor of Science (B. Sc.) verdient.

Studienformen

Taschenrechner mit Aufschrift Taxes, Tasse Kaffee und Unterlagen liegen auf einem TischDie populärste Studienform ist das Vollzeitstudium, bei dem du – von möglichen Nebenjobs mal abgesehen – dich voll auf das Studium konzentrierst. Aber auf dem Gebiet der BWL gibt es ein riesiges Angebot an alternativen Studienformen.

Das duale Studium beispielsweise. Diese Studienform erlebt gerade einen regelrechten Boom. Die enge Vernetzung von Theorie und Praxis wird sowohl von Studierenden als auch Unternehmen sehr geschätzt. Weil das Thema so komplex ist, haben wir dazu eine eigene Rubrik: Duales Studium Wirtschaftsinformatik. Um dich speziell nach einem dualen BWL-Studium zu erkundigen, nutze das Angebot von Wegweiser-Duales-Studium.de.

Eine tolle Option für Berufstätige ist ein berufsbegleitendes Studium in Teilzeit, als Abendstudium oder als Fernstudium. Immer mehr Hochschulen und Weiterbildungsanbieter bieten Bachelorstudiengänge an, die flexibel an die eigenen Lebensumstände anpassbar sind.

Studieninhalte

Drei Studenten sitzen um einen Laptop und diskutierenGerade im Master ist es besonders wichtig und sinnvoll, sich zu spezialisieren. Deshalb bieten fast alle Wirtschaftsmaster, wie BWL, Business Administration, General Management oder International Management, die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte festzulegen. Häufig ist auch Wirtschaftsinformatik eine mögliche Vertiefung.

Ein BWL Master mit Vertiefung in Wirtschaftsinformatik besteht meistens aus folgenden Inhalten:

Wirtschaftswissenschaftliche Themen:

  • Unternehmensführung 
  • Marketing 
  • Dienstleistungsmanagement 
  • Controlling, Finanzen, Steuern 
  • Personal 
  • Internationale Betriebswirtschaft

Wirtschaftsinformatische Themen:

  • Informationssysteme 
  • IT-Engineering 
  • IT-Management 
  • IT-Projektmanagement

Wissenschaftliches Arbeiten und Soft Skills:

  • Forschungsmethoden 
  • Präsentationstechniken 
  • Wirtschaftsenglisch

Dazu kommt noch ein Praxismodul, das die Bearbeitung eines Projekts oder einer Fallstudie vorsieht.

Der genaue Studienaufbau kann natürlich von diesem hier abweichen. Jede Hochschule hat ihre eigenen Themenschwerpunkte. Außerdem ist das Verhältnis der Themen zueinander auch unterschiedlich: Bei manchen BWL Studiengängen heißt „Schwerpunkt in Wirtschaftsinformatik“, dass der Studienplan tatsächlich zur Hälfte mit IT-Themen gefüllt ist, bei anderen wiederum, dass nur einige Seminare im Bereich der Wirtschaftsinformatik angesiedelt sind. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn mehr als ein Schwerpunkt im Master zu wählen ist.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Für einen Master in BWL mit wirtschaftsinformatischer Ausrichtung musst du den Abschluss eines Erststudiums (Bachelor oder gleichwertig) vorweisen. Idealerweise handelt es sich dabei um ein wirtschaftswissenschaftliches Fach. Hast du etwas studiert, das nicht so ganz zu einem BWL/Wirtschaftsinformatik Master passt, kannst du dich bei der Studienberatung informieren, ob du die Zulassungsvoraussetzungen trotzdem erfüllst. Oft ist es möglich, fehlende Credit Points aus einem Bereich mit angebotenen Kursen nachzuholen.

Persönliche Voraussetzungen

Für das Studium brauchst du gute mathematische Kenntnisse, für das bevorstehende Berufsleben auch noch eine analytische Denkweise, Organisationstalent und gute soziale Fähigkeiten. Teamfähigkeit, Empathie und Kommunikationskompetenz sind eigentlich immer wichtig, aber umso wichtiger, wenn du Führungsverantwortung übernehmen willst.

Dauer und Verlauf

Großer Pfeil nach rechts mit vielen kleinen Pfeilen auf TafelDie meisten Masterstudiengänge im Bereich der Wirtschaftswissenschaften haben eine Regelstudienzeit von vier Semestern. In seltenen Fällen gehen Master auch mal nur drei Semester.

Der Master baut inhaltlich auf dem im Bachelor erworbenen Grundwissen auf. Da die Studienzeit kurz ist, werden generalistische Themen im ersten Semester behandelt und ab dem zweiten geht es dann in die Tiefe der Spezialisierung. Wenn ein Praxismodul absolviert werden muss, dann erfolgt das im dritten Semester vor der Masterarbeit.

Masterarbeit

Im letzten Semester wird die Masterarbeit verfasst. Wer das Studium erfolgreich besteht, hat damit den akademischen Grad Master of Arts (M.A.) oder Master of Science (M.Sc.) erworben.

Studienformen

Taschenrechner mit Aufschrift Taxes, Tasse Kaffee und Unterlagen liegen auf einem TischStatt den Master auf dem „normalen“ Weg als Vollzeitstudium zu erwerben, gibt es mittlerweile viele Alternativen:

Ein Teilzeitstudium oder Abendstudium ist zum Beispiel sinnvoll, wenn du bereits berufstätig bist und du parallel dazu noch studieren willst. Bist du zusätzlich örtlich gebunden, ist ein Fernstudium eine tolle Möglichkeit. Studiengänge, die für Berufstätige konzipiert sind, sind in der Regel sehr flexibel gestaltbar. So können Zeit und Aufwand an die eigenen Lebensumstände angepasst werden.

19 Hochschulen, die BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik anbieten

Karriere nach dem Studium

Betriebswirtschaftliche Allrounder werden überall gebraucht. Wer dazu noch einen Studienschwerpunkt auf IT-Themen gelegt hat, dem eröffnen sich noch mehr Möglichkeiten. Denn ein konkreter Studienschwerpunkt schärft das eigene Profil und qualifiziert für Stellen, die ein gutes IT-Know-how voraussetzen.

Mit einem Abschluss in BWL und Wirtschaftsinformatik kannst du beispielsweise folgende Positionen besetzen:

  • ERP-Manager (Enterprise Resource Manager) 
  • Datenmanager 
  • Systemanalytiker 
  • Berater, Consultant 
  • Leiter im IT-Bereich: Projektmanager, IT-Leiter, Chief Information Officer 
  • Produktmanager 
  • Softwareentwickler

All diese Positionen sind nicht nur in IT-Firmen zu vergeben. Praktisch jede Branche braucht kluge Köpfe, die betriebswirtschaftliche Zusammenhänge kennen und mit der IT-Thematik verknüpfen können. Berufe für BWLer mit IT-Profil finden sich also sowohl in Industrie, Handel und Bankwesen als auch bei öffentlichen Institutionen. Der Weg in die Selbstständigkeit ist natürlich auch nicht ausgeschlossen.

Noch mehr spannende Jobs stellen wir dir übrigens unter Berufswelt Wirtschaftsinformatik vor.

Gehalt

Was verdient man eigentlich nach einem BWL-Studium mit Wirtschaftsinformatik Schwerpunkt? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Warum? Weil es natürlich auf den Job ankommt, den man mit dem Studium macht.

Grundsätzlich sind die Aussichten aber gut. Denn sowohl BWLer als auch Wirtschaftsinformatiker bekommen ein recht hohes Einstiegsgehalt. Eine Studie des Staufenbiel Instituts aus dem Jahr 2014 hat ergeben, dass das Einstiegsgehalt nach einem BWL Studium bei vielen Befragten bei rund 45.000 Euro/Jahr (Brutto) liegt. Das deckt sich mit dem zu erwartenden Gehalt mit einem Wirtschaftsinformatik Studium: Aus eigenen Befragungen von Absolventen hat sich ergeben, dass auch hier Einstiegsgehälter von 40.000 bis 50.000 Euro möglich sind.  

Faktoren, die das Gehalt bestimmen

Grafik mit Aufschrift ExpertiseDie hier angegebenen Zahlen können natürlich auch nach oben oder nach unten abweichen. Denn nicht allein das abgeschlossene Studium zählt, es kommen weitere Faktoren dazu.

Einflussgrößen der Gehaltshöhe sind:

  • Unternehmensgröße und Branche: Größere Unternehmen können mehr zahlen als kleine. Außerdem gibt es Branchenunterschiede: In der Automobilindustrie verdient man häufig mehr als bei einer Versicherung. Aber bei einer Versicherung verdient man mehr als in der Kommunikationsbranche. Ausnahmen gibt es natürlich!
  • Art der Tätigkeit, Spezifizierung und Grad an Verantwortung: Übernimmst du viel Verantwortung und/oder bist du aufgrund deines Spezialwissens besonders wertvoll für den Betrieb? Dann kannst du davon ausgehen, dass dein Gehalt höher ausfällt als bei Arbeitnehmern, die schneller ersetzbar sind. 
  • Abschluss: Ob Bachelor oder Master – das macht nicht immer einen Unterschied im Gehalt. Aber mit einem Master erhöhen sich Chancen auf besser bezahlte Stellen.
  • Berufserfahrung: Schon im Nebenjob in der IT gearbeitet? Ein langes Praktikum im gleichen Bereich gemacht? Je mehr Erfahrung du mitbringst, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Chefetage dir bei einer Gehaltsverhandlung entgegen kommt. Wenn du mehr zum Thema Gehalt für Wirtschaftsinformatiker wissen möchtest, schau auch mal hier.

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