Schüler fragen, Studenten antworten:

Wirtschaftsinformatik - Uni oder FH?

„Wenn man Wirtschaftsinformatik studieren will - sollte man das besser an einer Uni oder FH machen? Gibt es da große Unterschiede oder ist das eigentlich egal? Man hört ja immer, das Studium an einer FH sei so praxisnah, aber z.B. Programmieren lerne ich doch an der Uni auch direkt praxisnah am Computer, oder?”

Studenten antworten: 

André, Student der Uni Koblenz-Landau:

„Ich kenne die Situation an der FH nicht. Aber über fehlende Praxisnähe kann ich mich an der Uni nicht beschweren. Wir haben bereits im Bachelor sehr viele Planspiele und Vorlesungen, die an reale Situationen in der Wirtschaft angelehnt sind. Außerdem wird auch mit Software und Programmiersprachen gearbeitet, die später im Beruf genauso verwendet werden.

Natürlich kommt man aber an einer Universität auch nicht an der trockenen Theorie vorbei. Ich finde jedoch Wirtschaftsinformatik ist, zumindest an meiner Uni, eine sehr gute Mischung aus Theorie und Praxis.”

Sophie, Master-Studentin an der HS Trier:

„Da ich an einer Fachhochschule studiere, kann ich nur die Fachhochschulsicht erläutern. Ja, an der FH wird viel praxisnah gearbeitet. Das fängt mit den Übungen an, die man wöchentlich abgeben muss, um zur Klausur zugelassen zu werden, bis hin zu den Projekten, die teilweise in Zusammenarbeit mit externen Leuten gemacht werden. Das hat den Vorteil, dass eine Situation geschaffen wird, die im späteren Beruf, beispielsweise für den Kundenkontakt, nur nützlich sein können.”

Eduard, dualer Student an der EUFH Brühl:

„Aus meiner Sicht ist es jedem selbst überlassen, ob er/sie lieber an einer Universität oder einer FH Wirtschaftsinformatik studieren will. Programmiert wird an beiden Lehrformen zwar am Computer, doch praxisnah heißt in diesem Fall, dass an einer FH viele Praxisphasen in Unternehmen stattfinden. Die Europäische Fachhochschule bietet hierzu den dualen Studiengang Wirtschaftsinformatik an. Es wird blockweise in drei Monaten Theorie unterrichtet und drei Monate befinden sich die Studenten in Partnerunternehmen. An einer Universität, aus Berichten von Freunden, wird nur ein einmaliger dreimonatiger Praxiseinsatz abverlangt. Die restlichen praktischen Erfahrungen müssen durch Eigenkoordination bewerkstelligt werden. Leider kommt aber die Trägheit der Studenten ins Spiel, so dass Semesterferien nicht für Praxiseinsätze genutzt werden.”

Toni, Student der Hochschule Wismar:

„Achtung, es folgt ein Standardsatz: Das kann man pauschal nicht sagen! Hier muss man für sich selbst entscheiden, welcher Typ Mensch man ist. Ich für meinen Teil kenne beide Seiten, sowohl die der Uni, als auch die der FH. Ich habe nach dem Abitur drei Semester BWL an einer Uni studiert, bis ich festgestellt habe, dass mir der technische Teil total fehlt. Das war dann der Punkt, an dem ich mich trotz der verlorenen Zeit noch einmal für ein Studium der Wirtschaftsinformatik entschieden habe. Allerdings nicht auch an einer Uni, sondern an einer FH. Warum? Ganz einfach: Ich selbst bin eine Person, die stofflich lieber alles etwas ‚vorgekaut’ haben möchte, ähnlich wie es zu Schulzeiten war. Heißt, dass ich viele Übungen und auch Musterlösungen brauche, um wirklich nachhaltig etwas zu lernen und zu verstehen. An der Uni ist es so, dass man mitunter sehr auf sich allein gestellt ist und nur wenige Übungsaufgaben gestellt bekommt, die dann in Form von Hausaufgaben kontrolliert werden. Hier an meiner Hochschule ist es so, dass es zwar auch keine Pflichtaufgaben aufgibt, wie man es aus Schulzeiten kennt, aber zumindest stellen die Professoren regelmäßig Übungsmaterial zur Verfügung, dessen Lösungen dann in den Seminaren von den Studierenden durchgesprochen und gezeigt werden können. Der Professor klärt dann offene Fragen oder gibt zusätzliche Tipps. Außerdem muss man ganz klar sagen, dass Wirtschaftsinformatik natürlich ein sehr praktischer Studiengang ist.

Unis sind in meinen Augen mehr auf die Theorie ausgelegt und gehen weniger auf praktische Dinge aus dem täglichen Leben ein. Und Programmieren oder Modellieren lernt man eben nicht, wenn man sich ein Buch von A-Z durchliest, sondern wenn man es selbst regelmäßig macht. Deswegen ist in meinen Augen auch – unabhängig von dem Schulklima – die eher praktische Ausrichtung von FHs ein klares Plus.”

Andrej, Student der Hochschule Niederrhein:

„Wie es an einer Uni aussieht, kann ich leider nicht beurteilen. An unserer FH werden allerdings viele Tutorien angeboten, sodass man z.B. in den Programmiermodulen auch wirklich am Computer programmieren kann. Nur die Prüfungen muss man leider immer noch schriftlich ablegen.”

 

 

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